Macroeconomic News Flash

Vierteljährliches wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

Basel, Q2-2021 (April 2021)

Schweiz

Das Wachstum in der Schweiz wird sich in der ersten Hälfte des Jahres 2021 weiter erholen. Die schwache Nachfrage aus dem Ausland wird jedoch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Die deutsche Industrieproduktion ist unter Druck und belastet damit ganz Europa, auch die Schweiz. Anlass zur Sorge gibt nach wie vor die Stärke des Schweizer Frankens, weshalb die SNB ihre strategische Unterstützung ausweitet sowie die Auswirkungen einer starken Währung abzumildern versucht. Die Hauptsorge bleibt die weltweite Corona-Pandemie.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird sich weiter erholen und an Schwung gewinnen. Die Konsumentwicklung stabilisiert sich, die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, und der Dienstleistungssektor nimmt an Fahrt auf. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, und die Investitionen in Wohneigentum steigen wieder. Die Zinssätze werden auf sehr niedrigem Niveau bleiben. Die Wachstumsprognosen sind optimistisch. Der Unternehmensbereich erholt sich. Exportorientierte Unternehmen könnten jedoch unter dem schwachen Wachstum in Europa und der Welt leiden. Das wirtschaftliche Szenario ist heute vielversprechend. Die Kombination aus umfangreichen fiskalischen und monetären Notfallmassnahmen, das Covid-Hilfspaket und der Haushaltsbeschluss sollten die ökonomischen Probleme mildern und den Weg zu einer nachhaltigen Erholung im Jahr 2021 ebnen.

Europa

Die Industrieproduktion erholt sich langsam. Die Wachstumsraten werden auf niedrigem Niveau verbleiben. Die meisten europäischen Länder haben weiterhin Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden. In Deutschland ist die Industrie stabil, der Dienstleistungssektor jedoch stark belastet. Produzierende Unternehmen planen den Abbau von Personal. Die rückläufigen Exporte und Dienstleistungen in Frankreich, Italien und Spanien verursachen enormen Druck auf die Regierungen, verstärkte fiskalpolitische Anreize zu bieten. Die Europäische Zentralbank hat ihre Bereitschaft zu unbegrenzten Aktionen deutlich gemacht. Die Zeit des Quantitative Easing wird längerfristig fortbestehen. Die Zinssätze werden auf sehr niedrigem Niveau bleiben. In Grossbritannien hat die Bank of England eine neue geldpolitische Strategie (wachstumsorientierte Fiskalpolitik) umgesetzt, um die Massnahmen des Landes gegen die Pandemie zu finanzieren. Nach Abschluss des Brexit-Handelsabkommens mit der EU setzt der Schatzkanzler eine Welle von neuen Massnahmen um.

Asien

  • Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank weiterhin an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut ausweitet und Obligationen sowie kurzfristige Staatsanleihen aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohem Niveau. Die Wirtschaft stockt, der private Konsum und öffentliche Investitionen wachsen langsamer. Der sehr kompetitive Yen steigert den Pessimismus der Unternehmen. In China wächst der Export stärker als erwartet. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben unter grossem Druck. In Indien setzt die neue Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung. Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDStark.
EUROVolatil.
GBPStark.
JPYWird stabil bleiben; bei Bankinterventionen erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldSchwach bei stärkerem Dollar und besseren wirtschaftlichen Aussichten in den USA.
ÖlStark.

Finanzmärkte

SchweizEuropaGrossbritannienUSAJapan
Zinssätzeniedrigniedrigniedrigniedrigniedrig
Anleihenstabilstabilstabilstabilstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

 

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.