Macroeconomic News Flash

Vierteljährliches wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

 

Basel, Q1-2022 (Januar 2022)

Schweiz

Das Wachstum wird sich im ersten Quartal des Jahres 2022 verlangsamen. Die Nachfrage aus dem Ausland wird weiterhin positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Die deutsche Industrieproduktion ist jedoch weiter unter Druck und belastet damit ganz Europa, auch die Schweiz. Anlass zur Sorge gibt nach wie vor die Stärke des Schweizer Frankens. Die Schweizerische Nationalbank bleibt wachsam und versucht, die Auswirkungen einer starken Währung abzumildern. Die Hauptsorge, die weltweite Corona-Pandemie, erschüttert das Vertrauen, aber der Erfolg der Impfkampagnen in grossen Teilen der entwickelten Welt sollte zu einer Verbesserung der Aussichten beitragen.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird stabil bleiben. Die Konsumentwicklung ist stark, die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, und der Dienstleistungssektor nimmt an Fahrt auf. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, und die Investitionen in Wohneigentum steigen wieder. Die Zinssätze werden steigen, die Inflationsprognosen sind wenig optimistisch. Der Unternehmensbereich erholt sich. Exportorientierte Unternehmen könnten unter dem zögerlichen Wachstum in Europa und der Welt leiden. Das wirtschaftliche Szenario ist heute vielversprechender. Die Kombination aus umfangreichen fiskalischen und monetären Notfallmassnahmen, das Pandemie-Hilfspaket und der Haushaltsbeschluss sollten die ökonomischen Probleme mildern, auch wenn die schnelle Ausbreitung der Omikron-Mutation des Coronavirus Grund zur Besorgnis für die Weltwirtschaft bietet.

Europa

Die Industrieproduktion lässt nach. Die Wachstumsraten steigen nicht. Die meisten europäischen Länder haben weiterhin Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden. In Deutschland ist die Industrie weniger stabil, der Dienstleistungssektor robust. Produzierende Unternehmen bleiben zögerlich, sind aber optimistisch. Die steigenden Exporte und Dienstleistungen in Frankreich, Italien und Spanien lassen die Möglichkeit, die fiskalpolitischen Anreize fortzusetzen, fraglich erscheinen. Die Europäische Zentralbank hat ihre Bereitschaft zu unbegrenzten Aktionen deutlich gemacht, doch die Zeit des Quantitative Easing wird nicht ewig andauern. Die Zinssätze werden vorerst auf niedrigem Niveau bleiben. In Grossbritannien folgt die Zentralbank einer neuen geldpolitischen Strategie, um die Massnahmen des Landes gegen die Pandemie zu finanzieren. Die Bank of England war die erste grosse Zentralbank, die wegen Inflationsängsten die Zinssätze angehoben hat, und den Ankauf von Vermögenswerten voraussichtlich im nächsten Jahr beenden wird. Nach der endgültigen Trennung von Europa setzt der Schatzkanzler weiterhin neue Massnahmen um.

Asien

Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut ausweitet und Obligationen sowie kurzfristige Staatsanleihen aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohem Niveau. Die Wirtschaft erholt sich weiter, hat jedoch mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Die Exporte sind stark, doch der wenig kompetitive Yen steigert den Pessimismus der Unternehmen. In China wächst der Export stärker als erwartet. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben unter grossem Druck. In Indien setzt die Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort. Der Anstieg der Covid-19-Infektionen wird den Erholungskurs belasten.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung. Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDStark.
EUROFest.
GBPStark.
JPYWird stabil bleiben; bei Bankinterventionen erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldStark, selbst bei stabilem Dollar.
ÖlStark.

Finanzmärkte

SchweizEuropaGrossbritannienUSAJapan
Zinssätzeniedrigniedrigsteigendsteigendniedrig
Anleihenstabilstabilstabilstabilstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

 

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.