Wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

Basel, Q2-2019 (April 2019)

Schweiz

Trotz den Herausforderungen für die Schweizer Wirtschaft bleibt das Wirtschaftswachstum stabil. Die Aussichten bleiben bei einem erwarteten Zuwachs von 2% verhältnismässig positiv. Anlass zur Sorge gibt weiterhin die Stärke des Schweizer Franken, auch wenn dessen gegenwärtige Abschwächung sich entlastend auf die Privatwirtschaft auswirkt. Die Unternehmen profitieren ausserdem von niedrigeren Kosten für Öl und andere Rohstoffe. Die Binnennachfrage dürfte bei tiefer Arbeitslosigkeit relativ stabil bleiben. Angesichts der erwarteten niedrigen Inflation in 2019 wird die SNB ihre expansive Geldpolitik fortführen. Das nachlassende Wachstum in Europa könnte sich jedoch negativ auswirken.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird sich im zweiten Quartal 2019 wahrscheinlich abschwächen. Die Konsumentwicklung bleibt positiv, die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt stabil, und die Sparquote steigt weiter. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, es besteht weiterhin grosses Interesse für Investitionen in Wohneigentum. Die kurzfristigen Zinssätze werden 2019 auf niedrigem Niveau verbleiben, die Wachstumsprognosen sind inzwischen zurückhaltender. Die Probleme im Finanzsektor sind noch nicht gelöst, doch die Verluste der Banken sind bereits rückläufig. Der Unternehmensbereich ist weiterhin relativ wettbewerbsfähig und die Erträge bleiben stabil. Exportorientierte Unternehmen werden zunehmend vom geringeren Wachstum im europäischen Raum betroffen sein. Zwar überwiegen in diesem Szenario die positiven Faktoren, doch könnten sich die Vorstellungen der Regierung in Bezug auf einige innenpolitische Fragen sowie den Nahen und Fernen Osten negativ auf das Wachstum und die Märkte auswirken. Trotz einiger Erfolge bei den Verhandlungen zwischen den USA und China sollten die Auswirkungen des andauernden Handelskrieges nicht unterschätzt werden.

Europa

Die Industrieproduktion auf dem Kontinent hat sich leicht abgeschwächt. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes der europäischen Länder steigen nicht. Einige davon haben weiterhin grosse Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden. Die Europäische Zentralbank reduziert das Quantitative Easing. Das schwächere Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent wird es den Zentralbanken erlauben, die Zinssätze auf niedrigem Niveau zu belassen – die Märkte erwarten bis zum Ende des Jahres keine Veränderung der Geldpolitik. Die Industrieproduktion ist stabil, die Inflation verbleibt auf niedrigem Stand. In Grossbritannien könnte die Bank of England gezwungen sein, eine neue geldpolitische Strategie für die Zeit nach dem Brexit zu erwägen. Der komplexe Verhandlungsprozess wird sich voraussichtlich bis ins Jahr 2019 erstrecken: Grossbritannien erscheint nun isolierter und erstellt bereits Pläne für den Fall eines Austritts ohne Abkommen, sollte das Parlament den Entwurf von Premierministerin May erneut ablehnen.

Asien

Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank weiterhin an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut ausweitet, und Obligationen und Schatzscheine aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohem Niveau. Die Wirtschaft stockt, der private Konsum und öffentliche Investitionen wachsen langsamer. Der schwache Yen mildert den Pessimismus der Unternehmen. In China haben sich die Exporte weniger stark als erwartet entwickelt. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben stabil. In Indien setzt die neue Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung und der relativ guten Entwicklung der Schweizer Wirtschaft.
Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDMögliche Schwächung.
EUROStark.
GBPVolatil.
JPYWird stabil bleiben; bei weiteren Interventionen der Zentralbank erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldErholung aufgrund anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten.
ÖlVolatil.

Finanzmärkte

  Schweiz Europa Grossbritannien USA Japan
Zinssätzeniedrigniedrigstabilstabilniedrig
Anleihenstabilstabilstabilvolatilstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.