Macroeconomic News Flash

Vierteljährliches wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

Basel, Q3-2021 (Juli 2021)

Schweiz

Das Wachstum in der Schweiz wird sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 weiter erholen. Die wachsende Nachfrage aus dem Ausland wird positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Die deutsche Industrieproduktion ist jedoch weiter unter Druck und belastet damit ganz Europa, auch die Schweiz. Anlass zur Sorge gibt nach wie vor die Stärke des Schweizer Frankens, weshalb die SNB ihre strategische Unterstützung ausweitet sowie die Auswirkungen einer starken Währung abzumildern versucht. Die Hauptsorge, die weltweite Corona-Pandemie, erschüttert das Vertrauen, andererseits trägt der Erfolg der Impfkampagnen in großen Teilen der entwickelten Welt zu einer Verbesserung der Aussichten bei.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird sich weiter erholen und an Schwung gewinnen. Die Konsumentwicklung stabilisiert sich, die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbessert sich, und der Dienstleistungssektor nimmt an Fahrt auf. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, und die Investitionen in Wohneigentum steigen wieder. Die Zinssätze werden auf sehr niedrigem Niveau bleiben. Die Wachstumsprognosen sind optimistisch. Der Unternehmensbereich erholt sich. Exportorientierte Unternehmen könnten jedoch unter dem zögerlichen Wachstum in Europa und der Welt leiden. Das wirtschaftliche Szenario ist heute vielversprechend. Die Kombination aus umfangreichen fiskalischen und monetären Notfallmassnahmen, das Covid-Hilfspaket und der Haushaltsbeschluss sollten die ökonomischen Probleme mildern und eine Fortsetzung der nachhaltigen Erholung auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 ermöglichen.

Europa

Die Industrieproduktion erholt sich langsam. Die Wachstumsraten steigen. Die meisten europäischen Länder haben weiterhin Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden. In Deutschland ist die Industrie stabil, der Dienstleistungssektor jedoch schwach. Produzierende Unternehmen planen den Abbau von Personal. Die rückläufigen Exporte und Dienstleistungen in Frankreich, Italien und Spanien verursachen enormen Druck auf die Regierungen, verstärkte fiskalpolitische Anreize zu bieten. Die Europäische Zentralbank hat ihre Bereitschaft zu unbegrenzten Aktionen deutlich gemacht. Die Zeit des Quantitative Easing wird längerfristig fortbestehen. Die Zinssätze werden auf sehr niedrigem Niveau bleiben. In Grossbritannien hat die Bank of England eine neue geldpolitische Strategie (wachstumsorientierte Fiskalpolitik) umgesetzt, um die Massnahmen des Landes gegen die Pandemie zu finanzieren. Nach der endgültigen Trennung von Europa setzt der Schatzkanzler eine Welle von neuen Massnahmen um.

Asien

Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank weiterhin an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut ausweitet und Obligationen sowie kurzfristige Staatsanleihen aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohem Niveau. Die Wirtschaft stockt, der private Konsum und öffentliche Investitionen wachsen langsamer. Die Exporte sind stark, doch der weniger kompetitive Yen steigert den Pessimismus der Unternehmen. In China wächst der Export stärker als erwartet. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben unter grossem Druck. In Indien setzt die Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort. Der Anstieg der Covid-19-Infektionen wird den Erholungskurs belasten.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung. Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDStabil.
EUROStark.
GBPStark.
JPYWird stabil bleiben; bei Bankinterventionen erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldStark, selbst bei stabilem Dollar.
ÖlStark.

Finanzmärkte

SchweizEuropaGrossbritannienUSAJapan
Zinssätzeniedrigniedrigniedrigniedrigniedrig
Anleihenstabilstabilstabilstabilstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

 

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.