Wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

Basel, Q4-2018 (Oktober 2018)

Schweiz

Trotz den Herausforderungen für die Schweizer Wirtschaft bleibt das Wirtschaftswachstum stabil. Die Aussichten bleiben bei einem erwarteten Zuwachs von 2.4% verhältnismässig positiv. Anlass zur Sorge gibt weiterhin die Stärke des Schweizer Franken, auch wenn dessen gegenwärtige Abschwächung sich entlastend auf die Privatwirtschaft auswirkt. Die Unternehmen profitieren ausserdem von niedrigeren Kosten für Öl und andere Rohstoffe. Die Binnennachfrage dürfte bei tiefer Arbeitslosigkeit relativ stabil bleiben. Angesichts der erwarteten niedrigen Inflation in 2018 wird die SNB ihre expansive Geldpolitik fortführen. Die erwartete Wachstumssteigerung in Europa wird sich positiv auswirken.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird im vierten Quartal 2018 weiter expandieren. Die Konsumentwicklung bleibt positiv, die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt stabil, und die Sparquote steigt. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, es besteht weiterhin grosses Interesse für Investitionen in Wohneigentum. Die kurzfristigen Zinssätze werden 2018 weiter steigen, der neue Präsident der US-Notenbank (Fed) Jay Powell hat die Prognose bei gestärktem Wachstum erhöht. Die Probleme im Finanzsektor sind noch nicht gelöst, doch die Verluste der Banken sind bereits rückläufig. Der Unternehmensbereich ist weiterhin relativ wettbewerbsfähig, die Erträge werden als stabil erwartet. Das stärkere Wachstum im europäischen Raum wird sich für exportorientierte Unternehmen positiv auswirken. In diesem Szenario überwiegen die positiven Momente, doch andererseits könnten sich die Vorstellungen der Regierung in Bezug auf einige innenpolitische Fragen sowie den Nahen und Fernen Osten negativ auf das Wachstum und die Märkte auswirken. Donald Trumps Massnahmenpaket von Strafzöllen auf chinesische Exporte in die USA sollte nicht unterschätzt werden.

Europa

Die Industrieproduktion auf dem Kontinent erholt sich. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes der europäischen Länder steigen schneller. Einige davon haben aber weiterhin grosse Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden. In den kommenden Monaten wird die Europäische Zentralbank mit einer Reduzierung des Quantitativen Easing beginnen. Das stärkere Wirtschaftswachstum auf dem Kontinent wird die Zentralbanken zwingen, die Zinssätze zu erhöhen. Die Märkte werden dies zum Ende des Jahres hin verstärkt berücksichtigen. Die Industrieproduktion steigt, die Inflation verbleibt jedoch auf niedrigem Stand. In Grossbritannien könnte die Bank of England gezwungen sein, eine neue geldpolitische Strategie für die Zeit nach dem Brexit zu erwägen. Der komplexe Verhandlungsprozess wird sich voraussichtlich bis ins Jahr 2019 erstrecken: Grossbritannien erscheint nun isolierter und erstellt bereits Pläne für den Fall ergebnisloser Verhandlungen.

Asien

Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank weiterhin an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut auszuweiten, und Obligationen und Schatzscheine aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohen Niveau. Die Wirtschaft wird sich weiter erholen, da der private Konsum und öffentliche Investitionen das Wachstum fördern. Der schwache Yen mildert den Pessimismus der Unternehmen. In China haben sich die Exporte weniger stark als erwartet entwickelt. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben stabil. In Indien setzt die neue Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung und der relativ guten Entwicklung der Schweizer Wirtschaft. Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDMögliche Schwächung.
EUROStark.
GBPVolatil.
JPYWird stabil bleiben; bei weiteren Interventionen der Zentralbank erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldErholung aufgrund anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten.
ÖlStabil.

Finanzmärkte

  Schweiz Europa Grossbritannien USA Japan
Zinssätzeniedrigniedrigsteigendsteigendniedrig
Anleihenunter Druckunter Druckunter Druckunter Druckstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.