Wirtschaftliches Umfeld und Aussichten

Basel, Q1-2020 (Januar 2020)

Schweiz

Das Wachstum in der Schweiz sollte sich 2020 leicht steigern. Die stärkere Nachfrage aus dem Ausland wird sich günstig auf die Wirtschaft auswirken: Die deutsche Industrieproduktion stabilisiert sich, was positive Auswirkungen auf ganz Europa und die Schweiz hat. Die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Klarheit in Bezug auf den Brexit werden diesen Trend stärken. Anlass zur Sorge gibt weiterhin die Stärke des Schweizer Franken, deren Auswirkungen die SNB abzumildern versucht. Ebenfalls Sorgen bereiten der Immobiliensektor und die Hypothekenkredite.

USA

Die amerikanische Wirtschaft wird im ersten Quartal 2020 wahrscheinlich weiter wachsen. Die Konsumentwicklung bleibt positiv, die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist stabil, und die Sparquote steigt weiter. Die Preise auf dem Immobilienmarkt sind stabil, es besteht weiterhin grosses Interesse für Investitionen in Wohneigentum. Die kurzfristigen Zinssätze werden sich 2020 stabilisieren, die Wachstumsprognosen bleiben weitgehend optimistisch. Der Unternehmensbereich ist wettbewerbsfähig und die Erträge bleiben stabil. Exportorientierte Unternehmen werden vom stärkeren Wachstum im europäischen Raum profitieren. Zwar überwiegen in diesem Szenario die positiven Faktoren, doch könnten sich die Vorstellungen der Regierung in Bezug auf einige innenpolitische Fragen sowie den Nahen und Fernen Osten negativ auf das Wachstum und die Märkte auswirken. Trotz einiger Erfolge bei den Verhandlungen zwischen den USA und China sollten die Auswirkungen des andauernden Handelsstreits nicht unterschätzt werden.

Europa

Die Industrieproduktion auf dem Kontinent hat sich leicht abgeschwächt. Die Wachstumsraten des Bruttoinlandsproduktes der europäischen Länder werden steigen, auch wenn einige von ihnen weiterhin Schwierigkeiten mit der Finanzierung ihrer Staatsschulden haben. In Deutschland könnte es 2020 zu einem leicht gesteigerten Wachstum kommen, da sich die Industrieproduktion stabilisiert. Die nachlassenden Exporte und Dienstleistungen erhöhen den Druck auf die Regierung zu fiskalpolitischen Anreizen. Die Europäische Zentralbank stellt ihre Geldpolitik auf den Prüfstand, die Zeit des Quantitative Easing hat sich als kurzlebig erwiesen. Die Zins-sätze werden auf sehr niedrigem Niveau bleiben – die Märkte erwarten eine grosszügigere Geldpolitik. Die Industrieproduktion ist schwach, die Inflation verbleibt auf niedrigem Stand. In Grossbritannien könnte die Bank of England gezwungen sein, eine neue geldpolitische Strategie für die Zeit nach dem Brexit zu erwägen. Der komplexe Verhandlungsprozess wird sich bis ins Jahr 2020 erstrecken. Boris Johnsons überwältigender Sieg bei den Parlamentswahlen wird den weiteren Verlauf des Brexit prägen; dass Grossbritannien die EU verlässt, ist damit sehr wahrscheinlich geworden. Johnson sieht sich jedoch vor die Aufgabe gestellt, neue Handelsbedingungen mit der EU auszuhandeln und einen Zerfall des Vereinigten Königreichs zu verhindern.

Asien

Die japanische Regierung bemüht sich, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, während die Zentralbank weiterhin an ihrer Politik der Negativzinsen festhält, ihre Anleihenkäufe erneut ausweitet, und Obligationen und Schatzscheine aufkauft. Die Staatsverschuldung befindet sich bereits auf sehr hohem Niveau. Die Wirtschaft stockt, der private Konsum und öffentliche Investitionen wachsen langsamer. Der schwache Yen mildert den Pessimismus der Unternehmen. In China haben sich die Exporte weniger stark als erwartet entwickelt. Die Wirtschaft und die Binnennachfrage bleiben stabil. In Indien setzt die neue Regierung ihre Bemühungen zur Wachstumsförderung fort.

Währungen

CHFStabil aufgrund seiner Rolle als sichere Anlagewährung. Die SNB wird den Verkauf von Schweizer Franken fortsetzen, um eine weitere Aufwertung zu verhindern.
USDStark.
EUROStabil.
GBPStark.
JPYWird stabil bleiben; bei weiteren Interventionen der Zentralbank erneute Abschwächung wahrscheinlich.
GoldKonsolidierung trotz anhaltender wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten.
ÖlVolatil.

Finanzmärkte

SchweizEuropaGrossbritannienUSAJapan
Zinssätzeniedrigniedrigniedrigniedrigniedrig
Anleihenstabilstabilstabilstabilstabil
Aktienmärktevolatilvolatilvolatilvolatilvolatil

 

Die vorstehende Kommentierung des wirtschaftlichen Umfelds und Ausblicks ist weder eine Kauf- noch eine Anlageempfehlung. Sie ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse und untersteht daher nicht den „Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“ der Schweizerischen Bankiervereinigung.